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Hochschulgruppe München YoungNet People

Veranstaltungsarchiv

Exkursion zu IABG (Luft- und Raumfahrt)


Die erste Exkursion der VDE Hochschulgruppe im Sommersemester 2005 verschaffte einer Gruppe von knapp 15 Studenten am 10. Mai 2005 einen Einblick in ein eher kleineres aber weltweit erfolgreiches Unternehmen im Münchner Süden mit einem interessanten und ungewöhnlichen Aufgabenbereich, der Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft (IABG). Die Exkursion fand unter dem Motto „Luft- und Raumfahrt“ statt, und war für Studenten des Maschinenbaus und der Elektrotechnik gleichermaßen von Interesse.

Die IABG ist ein führendes, europaweit tätiges Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen mit Schwerpunkt auf den technologieintensiven Branchen Automotive, Information & Kommunikation, Verkehr & Umwelt, Luftfahrt, Raumfahrt und Verteidigung. In Ottobrunn, dem Hauptsitz des Unternehmens, wo uns die Exkursion hinführte, liegt unter anderem eines der von der europäischen Weltraumorganisation ESA koordinierten Raumfahrttestzentren.

Als zu Beginn alle Teilnehmer versammelt waren, wurden wir von einem Mitarbeiter des Werkschutzes, der uns auch während der gesamten Exkursion begleitete, zu einem kleinen Konferenzraum geführt, wo wir begrüßt wurden, und uns mit einem Film ein Überblick über die IABG und deren sechs Geschäftsbereiche verschafft wurde. Anschließend hielt der Leiter der Personalabteilung einen Vortrag über Beschäftigungsmöglichkeiten bei seinem Unternehmen und wir bekamen die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Als nächstes stand eine Führung durch die Luftfahrttesthalle auf dem Programm, in der z.B. statische Belastungstests und Ermüdungsversuche für die Zulassungsqualifikation von Flugzeugen durchgeführt werden. Die durchgeführten Tests simulieren mit rund 70 Hydraulikzylindern sämtliche Belastungen des 2,5-fachen der geplanten Einsatzdauer der Flugzeuge, auch über die rechnerische Belastungsgrenze hinaus. Durch die gleichzeitige Messung an über 3000 Messpunkten werden Überbeanspruchungen erkannt, sodass Gegenmaßnamen ergriffen werden können.
Die Führung ging weiter vorbei an weiteren Kleinflugzeugen bis zu einem Testaufbau, wo der Tornado seit Anfang der 80er Jahre bereits immer neuen Versuchsszenarien unterworfen wird.
Im Anschluss daran machten wir gegen 12:00 Uhr Mittagspause in Kantine, wo wir von IABG zum Essen eingeladen wurden.
Nachdem wir uns gestärkt hatten, begann die Besichtigung des Raumfahrttestzentrums. Erste Station war eine über zehn Meter hohe elektromagnetisch abgeschirmte Kammer, in der diverse EMV-Tests für die Bereiche Luft- und Raumfahrt sowie Automotive durchgeführt werden können.
Dann betraten wir einen großen zusammenhängenden Reinraumbereich, der dazu dient, verschiedenste Test ohne Schwierigkeiten unter einem Dach innerhalb der Reinraumbedingungen durchführen zu können.
Dort besichtigten wird dann als erstes das Vibrationslabor, in der die Oberstufe des Ariane 5-Triebwerkes im Auftrag von EADS umfangreichen Belastungstest unterzogen wurde.

Dann ging es weiter in eine Halle, in dessen angrenzendem Reinraum der Satellit CryoSat gerade (lautstarken) Vibrationstests unterzogen wurde. Nachdem dieser Satellit bei IABG auf Herz und Nieren überprüft wurde, dient er mit seinem Doppelradar der räumlichen Oberflächenvermessung der Polkappen der Erde, um aus deren Abschmelzen Rückschlüsse auf die Erderwärmung zu ermöglichen.
Die Führung ging weiter in ein modernes Akustik-Testlabor, einer aus höchstwertigem Stahlbeton gebauten und vom restlichen Gebäude entkoppelten Halle, in der z.B. der enorme Schalldruck einer startenden Rakete erzeugt und dessen direkte Auswirkung auf diverse mechanische Teile getestet werden kann.
Mehrere Schallgeneratoren mit einer akustischen Leistung von 90000 Watt sind dort in der Lage, einen Schalldruckpegel bis zu 170dB zu erzeugen, ein Wert weit über der menschlichen Schmerzgrenze.
Möglich sind auch thermoakustische Tests, bei denen der Prüfling neben der enormen Lautstärke auch Temperaturen bis zu 1000°C ausgesetzt wird.
Die letzte Station der Exkursion war schließlich der Bereich der Weltraumsimulation, ein geschlossener Reinraum mit Sichtfenstern, in dem Satelliten oder Teile derselben den realistischen Weltraumbedingungen (extreme Temperaturen, Erschütterungen) ausgesetzt werden, um die Tauglichkeit für den Ernstfall zu überprüfen.
Zu guter letzt verabschiedeten wir uns vom Exkursionsleiter, und machten uns (immer noch in Begleitung des Werkschutzes) auf den Weg zum Ausgang, wo die interessante und nicht ganz alltägliche Exkursion ihr Ende fand.

(Robert Dietrich)



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