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Hochschulgruppe München YoungNet People

Veranstaltungsarchiv

Stadtwerke München

Für viele von uns begann die Exkursion zu den Stadtwerken München mit einem Live-Test eines ihrer Serviceangebote, der MVG. Obwohl es an jenem Tag recht matschig war, sind keine größeren Ausfälle überliefert worden.

Während der anschließenden Vorträge in der äußerst schicken SWM-Zentrale wurde uns auch die restliche Produktpalette der Stadtwerke München präsentiert. Besonders stolz ist man auf die Tatsache, dass man beim Angebot dieser Dienstleistungen nicht von einem Großkonzern der Branche abhängig ist, trotzdem aber als marktwirtschaftliches Unternehmen agiert.

Auf dem Weg zum Bus fiel uns eine seltsame Installation von Ampeln auf, die kugelförmig im Innenhof angeordnet waren. Trotz reichlicher Überlegungen konnten wir nicht erschließen, ob hier ein wie auch immer gearteter Zusammenhang zum Unternehmen besteht.

Die erste Besichtigungstour führte uns zum Heizkraftwerk Süd (GuD-Anlage), das zur Strom- und Fernwärmeerzeugung genutzt wird und erst kürzlich komplett umgebaut wurde. Ausgestattet mit qualitativ hochwertigen Funkkopfhörern wagten wir uns in die Maschinenhalle. Leider waren sämtliche Anlagen aus Schallschutzgründen verkleidet, so dass von der eigentlichen Technik wenig zu sehen war. Trotzdem erhielten wir eine interessante Führung mit ausführlichen Erklärungen – unsere vielen Fotos beweisen zudem, dass uns die Sache durchaus Spaß machte.

Die anschließende Präsentation bei Kaffee und Kuchen enthielt viele Fakten über Umbau und Technik des Standortes und des Fernwärmenetzes. Im Anschluss entwickelte sich eine rege Diskussion – so konnte beispielsweise die Frage geklärt werden, warum man sich für eine Turbine von GE entschied, anstatt eine von Siemens zu kaufen.

Zum Schluss stand noch das Isarkraftwerk 3 auf dem Programm. An einem Bach wurde dort im Rahmen einer Diplomarbeit eine Wasserschnecke installiert, die sich – angetrieben durch das fallende Wasser – behäbig dreht, trotzdem aber etwa 50 kW Strom erzeugt. Gemessen am Bedarf ist das natürlich wenig – so konnte dieses innovative System auch nur durch Subventionen für derart kleine regenerative Kraftwerke gebaut werden.

Das Hauptgebäude hingegen stammt aus alten Tagen, der Blütezeit von Wasserkraftwerken. Trotzdem ist der ansehnliche Bau mit moderner Regelungstechnik ausgestattet, die bei Fehlern eine SMS an die zuständigen Mitarbeiter versendet. Aus diesem Grund ist die Anlage im Normalfall menschenleer. Stattdessen sind in der Haupthalle, unter der die Turbinen befinden, einige Ausstellungsstücke installiert. Trotz mehr oder weniger leidenschaftlicher Versuche schafften wir es nicht, den dort stehenden alten Generator mit mehreren Metern Durchmesser in Bewegung zu setzen. Die Führung endete mit einer Demonstration der Rechenreinigungsanlage und enthielt aufschlussreiche Details über das Kraftwerk.

Auch (oder gerade) Nicht-Energietechniker vermittelte der Tag so lohnenswerte Einblicke in das Thema der Stromerzeugung. Es zeigte sich, dass in traditionellen Kraftwerken ebenso mit aktueller und spannender Technik gearbeitet wird, wie bei modernen Methoden.

(Nicolas Alt)



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